Presse
27.02.2014, 01:00 Uhr | Märkische Onlinezeitung, Roland Becker
Werner Scheeren als Friedensstifter in der CDU
(MOZ)

Hennigsdorf (MZV) Frischen Wind will die CDU mit ihrer Wahlliste ins Hennigsdorfer Stadtparlament bringen. Zugleich aber weht den Christdemokraten der Wind kräftig ins Gesicht.

Bevor die CDU am Dienstag ihre Kandidaten für die Stimmzettel am 25. Mai wählte, wollte man am Abend zuvor auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung erst einmal eine Person loswerden: die Vorsitzende Gabriele Nitsche.

In Abwesenheit ihrer zur Sitzung eingeladenen Vorsitzenden beschloss der Vorstand einstimmig, dieses Gremium neu wählen zu lassen. Nachdem dieser Beschluss Gabriele Nitsche telefonisch mitgeteilt worden war, schrieb diese noch am selben Abend eine Mail an den Kreisvorstand, in der sie ihren Rücktritt als Hennigsdorfs CDU-Vorsitzende kundtat.

"Nun müssen wir keine Vorstandswahl mehr machen", ordnete die CDU-Vizechefin Birgit Tornow-Wendland die praktischen Folgen von Nitsches Entscheidung ein. Mit Werner Scheeren wird einer der beiden bisherigen Stellvertreter den Vorsitz bis zur nächsten regulären Wahl übernehmen.

"Das Vertrauen ihr gegenüber war wegen mehrerer Sachen nicht mehr vorhanden", begründet Tornow-Wendland das Abservieren von Nitsche. Was das für "Sachen" sind, wollte die Vizechefin nicht sagen. Nur eines war ihr zu entlocken: Gabriele Nitsche habe neben Familie, Arbeit, Studium und einigen Ehrenämtern offensichtlich nicht mehr genügend Zeit für die Hennigsdorfer CDU gehabt.

So handstreichartig wie Nitsche entthront wurde, kam sie vor gut drei Jahren an die Macht. Bei der Vorstandswahl Ende 2010 präsentierte die Junge Union den teils verdutzten Parteimitgliedern überraschend Gabriele Nitsche als Kandidatin für den Vorsitz. Daraufhin zogen Birgit Tornow-Wendland und Guido König ihre erfolgversprechenden Kandidaturen zurück. Damals versprach Nitsche, dass sie im Vorstand für ein neues Klima sorgen werde. "Ich bin Teamplayer und kein Einzelkämpfer", sagte sie dieser Zeitung. Genau das wurde von Vorstandsmitgliedern seit einem Jahr verstärkt bezweifelt. Sie habe immer stärker allein agiert, heißt es jetzt.

Wie im bisherigen Vorstand aneinander vorbeiagiert wurde, lässt sich am Beispiel des noch nicht existenten Kommunalwahlprogramms erklären. "Die haben zu mir gesagt: "Mach mal!' Und da habe ich mich am Wochenende hingesetzt und damit angefangen", berichtet Nitsche. Eine ganz andere Version offeriert Tornow-Wendland: "Wir hatten zu diesem Thema schon im Oktober 2013 eine erste Klausurtagung. Aber da hatte Frau Nitsche keine Zeit. Vorigen Donnerstag haben wir weiter am Wahlprogramm geschrieben."

Zumindest ihre Kandidatenliste konnte die Partei am Dienstag aufstellen. Auf den vorderen Plätzen stehen fast ausschließlich Mitglieder mit Parlamentserfahrung, auch wenn sich diese bei Bastian Klebauschke auf wenige Wochen beschränkt. Mit Christel Falkenberg, Johanna Uhmann und dem Ex-Grünen Klaus Euhausen treten auch drei Parteilose an. Ihre Bereitschaft zurückgezogen haben Gabriele Nitsche und ihre Tochter Debora, die in dieser Woche aus der Partei austrat. Nitsches Sohn Dennis kandidiert auf Platz sieben.

Die Kandidatenliste der CDU für die Wahl zum Hennigsdorfer Stadtparlament am 25. Mai umfasst 16 Namen und damit einen weniger als zur Wahl im Jahr 2008:

1. Birgit Tornow-Wendland

2. Werner Scheeren

3. Bastian Klebauschke

4. Hans-Jürgen Kafka

5. Martin Blank

6. Günter Rennhack

7. Dennis Nitsche

8. René Vierkorn

9. Christian Grochowski

10. Tabatha Urich

11. Jürgen Tentscher

12. Christel Falkenberg

13. Johanna Uhmann

14. Klaus Euhausen

15. Ralf Bräuer

16. Stefan Nelte


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